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Beiratssitzung: Fördergelder für neue PLENUM-Projekte

Schuhe aus Zwergzebu-Leder, Whisky aus Hafer, eine Maschine, die Obst aufliest und Landschaftspflege mit Hilfe von Ziegen: Mit vielen pfiffigen Ideen beschäftigte sich der PLENUM-Beirat in seiner jüngsten Sitzung im Rathaus von Römerstein-Böhringen, als es um die Vergabe neuer Landes-Fördergelder für Projekte zur nachhaltigen Regionalentwicklung ging. Knapp 38 000 Euro Zuschuss fließen im zweiten Halbjahr 2010 nun in 14 Projekte. „Die Erfolgsgeschichte von PLENUM und REGIONEN AKTIV geht weiter“, unterstrich der Vorsitzende des PLENUM-Beirats und Reutlinger Landrat Thomas Reumann: Vor neun Jahren war mit den Förderprogrammen von Land und Bund die naturschutzorientierte Regionalentwicklung ordentlich angestoßen worden. Seither wurden laut Reumann 442 Projekte mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 10,96 Millionen Euro umgesetzt. Die Fördersumme betrug dabei 4,94 Millionen Euro.
Oft sind es nur kleine Summen, die beantragt werden, um eine pfiffige Idee in die Tat umzusetzen. Die gewährten Fördergelder decken in der Regel zwischen 35 und 70 Prozent der Gesamtkosten ab. 866 Euro Zuschuss bekommt jetzt etwa die Gemeinde Pliezhausen, die ein stark hängiges und extrem schwer zu bewirtschaftendes Flurstück tierischen Landschaftspflegern überlassen will – nämlich Ziegen. Dazu bedarf es eines Zauns. Den gleichen Plan hat auch eine Familie aus Schelklingen, die zudem Seife aus Ziegenmilch verkaufen und deshalb einen Flyer drucken lässt. Das wird mit 866 Euro gefördert. Eine andere Familie in Westernheim setzt Welsh Black-Rinder zum Beweiden einer Fläche mit wertvollen Biotopen ein – Fördersumme 1 198 Euro.
Neue Produkte mit Zwetschgen aus der Region unter der Marke „ebbes guads“ möchte eine Brennerei aus Lenningen auf dem Markt bringen, was dem Beirat einen Zuschuss von  931 Euro wert ist. 445 Euro Hilfe bekommt die Gemeinde Dettingen, die eine exakte Sortenbestimmung ihrer Kirschen vornehmen wird, um das Obst für Zucht, Veredelung und weiteren Verbreitung verwenden zu können. Eine Finanzspritze von 642 Euro geht auch in den Bereich „sanfter Tourismus“: Die „Sonnenalb-Kutscher“ aus Sonnenbühl wollen ihre Naturerlebnisfahrten mit einer Broschüre besser bewerben.
Mehr als 22 000 Euro wird Rudolf Ulmer aus Münsingen-Buttenhausen investieren, um mit Haferkorn und Haferwhisky ein innovatives Produkt auf den Markt zu bringen. Dafür braucht er neben Einmaischbottich und Edelstahlbehältern eine Entkalkungsanlage und Reifefässer. Der Beirat gewährte ihm dafür 7 804 Euro Zuschuss.
6 537 Euro bekommen zwei Familien aus Owen, die eine fünf Hektar große Streuobstwiese mit über 300 Bäumen bewirtschaften. Viel Arbeit bedeutet das, weshalb sie zur Entlastung nun eine Obstauflesemaschine und einen Obstschüttler anschaffen. 3 796 Euro gibt es für 16 engagierte Streuobstwiesenbesitzer von der Ehinger Alb, die mit 255 neuen Obstbäumen einen Teil des historischen Streuobstgürtels ergänzen, den die Stadt Ehingen vor zwei Jahren ebenfalls mit Hilfe von PLENUM wiederbelebte.
Erneut zum Zug kam eine kleine Firma mit Sitz in Römerstein-Zainingen, die im Frühjahr dieses Jahres mit der Zucht von Zwergzebus startete – eine der kleinsten Rinderrassen der Welt. Zwergzebus, die ursprünglich aus Sri Lanka stammen, sind anspruchslos und gelten als hervorragende Landschaftspfleger, ihr Fleisch wird bereits mit Erfolg vermarktet. Nun möchten die Römersteiner Macher auch das Leder der Zwerg-zebus nutzen – etwa für Schuhe, Gürtel, Kleidung oder Aktentaschen. Eine Münsinger Schuhmacherin entwirft eine erste Kollektion. An der Gerberfachschule in Reutlingen soll die Rohwarenqualität der Zwergzebu-Häute untersucht, optimiert und ein geeignetes Verfahren zur Herstellung verschiedener Lederarten erprobt werden. Der PLENUM-Beirat sagte für dieses Projekt einen Zuschuss von 5 096 Euro zu.
Weitere 1 587 Euro gehen an den Obst- und Gartenbauverein Altenburg, der sich für den Erhalt der Streuobstwiesen rund um Reutlingen-Altenburg engagiert und nun ein Infosystem für die vereinseigene Schul- und Musterstreuobstwiese installieren möchte. Um Öffentlichkeitsarbeit und Infomaterial geht es auch der Interessensgemeinschaft Ermstalobst. Sie bekommt einen Zuschuss von 1 046 Euro. 1 925 Euro fließen in den „Metzinger Kontor“, wo künftig in der Innenstadt regionale Produkte verkauft werden sollen.
Die Jägervereinigungen Reutlingen, Münsingen, Ehingen und Kirchheim/Teck setzen sich weiterhin für das verstärkte Vermarkten von Wildbret aus der Region ein. Über Internet und mit Hilfe von Flyern wollen sie informieren und Lieferbeziehungen aufbauen. Dafür gibt’s 4 899 Euro.

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